Du möchtest deinen Brotteig formen, doch er bleibt an den Händen kleben und verliert seine Form. Das kann frustrierend sein. Die gute Nachricht lautet: Ein klebriger Teig bedeutet nicht automatisch, dass etwas schiefgelaufen ist.

Viele Brote mit einer lockeren Krume und einer knusprigen Kruste entstehen aus Teigen mit einem hohen Wasseranteil. Solche Teige fühlen sich weicher an und brauchen etwas mehr Übung beim Formen. Mit der passenden Technik lassen sie sich trotzdem gut verarbeiten.
Oft steckt nur eine kleine Ursache hinter dem Problem. Vielleicht enthält der Teig mehr Wasser als dein Mehl binden kann. Vielleicht war die Teigtemperatur zu hoch oder die Reifezeit etwas zu lang. Auch die Wahl des Mehls hat großen Einfluss auf die Konsistenz.
In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, warum Brotteig klebt, wie du ihn sofort besser in den Griff bekommst und welche Methoden erfahrene Hobbybäcker für dauerhaft gute Ergebnisse nutzen. So kannst du viele typische Fehler erkennen und beim nächsten Brot von Anfang an vermeiden.
Inhaltsverzeichnis
Erste Hilfe: Was tun, wenn der Brotteig JETZT extrem klebt?
Wenn dein Brotteig stark an den Händen haftet, musst du ihn nicht sofort mit zusätzlichem Mehl retten. In vielen Fällen verschlechtert das sogar das Ergebnis. Mit den folgenden Schritten lässt sich der Teig oft ohne große Probleme weiterverarbeiten.
Hände kurz reinigen und leicht anfeuchten
Entferne zuerst alle Teigreste von den Händen. Befeuchte sie anschließend leicht mit kaltem Wasser. Auch ein Hauch Speiseöl kann helfen. Feuchte Hände haften deutlich weniger an weichen Teigen als trockene Hände, die ständig mit Mehl bestäubt werden.
Mit einer Teigkarte arbeiten
Greife möglichst selten direkt in den Teig. Eine stabile Teigkarte aus Kunststoff oder Metall erleichtert das Anheben, Wenden und Falten. Gleichzeitig bleibt die Arbeitsfläche sauber und der Teig behält mehr Spannung.
Nicht sofort zusätzliches Mehl einarbeiten
Viele Hobbybäcker geben bei klebrigem Teig sofort eine große Menge Mehl dazu. Dadurch verändert sich das Verhältnis zwischen Mehl und Wasser. Das fertige Brot kann trocken werden und eine dichte Krume bekommen.
Falls wirklich etwas Mehl nötig ist, arbeite nur sehr kleine Mengen ein. Oft reichen schon ein bis zwei Esslöffel. Prüfe danach erneut die Konsistenz.
Den Teig einige Minuten ruhen lassen
Ein kurzer Moment Geduld kann viel bewirken. Während der Ruhe nimmt das Mehl weiteres Wasser auf und das Klebergerüst entwickelt sich weiter. Nach zehn bis fünfzehn Minuten fühlt sich der Teig häufig deutlich stabiler an.
Die Kastenform als sichere Lösung
Hat der Teig bereits seine Spannung verloren oder ist er deutlich überreif, musst du ihn nicht mehr freigeschoben backen. Fülle ihn vorsichtig in eine gut gefettete Kastenform. So erhält das Brot Halt während des Backens und kann trotzdem ein sehr gutes Ergebnis liefern.
Kurze Kontrolle vor dem nächsten Schritt
Beobachte den Teig genau. Bleibt er weich, lässt sich aber vorsichtig anheben und falten, ist das meist ein gutes Zeichen. Fließt er dagegen sofort breit auseinander und hält keinerlei Form mehr, solltest du ihn direkt in einer Kastenform backen.
Warum klebt mein Brotteig? Die Ursachen im Überblick
Nicht jeder klebrige Brotteig hat dieselbe Ursache. Manche Eigenschaften entstehen durch die gewählten Zutaten. Andere sind das Ergebnis kleiner Fehler während der Zubereitung. Wenn du den Grund kennst, kannst du gezielt handeln und dein Brot deutlich leichter formen.
1. Unvermeidbare Faktoren durch Zutaten und Rezept
Hohe Hydration
Der Wasseranteil hat großen Einfluss auf die Konsistenz des Teigs. Ab einer Hydration von etwa 70 Prozent fühlt sich Brotteig deutlich weicher an. Das bedeutet nicht, dass der Teig misslungen ist. Er benötigt lediglich eine passende Verarbeitung und etwas Übung beim Formen.
Je mehr Wasser das Mehl bindet, desto lockerer kann später die Krume werden. Gleichzeitig steigt die Klebrigkeit während der Stockgare und beim Formen.
Woran erkennst du das?
- Der Teig ist weich und elastisch.
- Er lässt sich vorsichtig dehnen.
- Nach dem Falten gewinnt er wieder etwas Stabilität.
Der Roggen Effekt
Roggenteig verhält sich völlig anders als Weizenteig. Roggen bildet kein stabiles Glutengerüst. Stattdessen sorgen sogenannte Pentosane beziehungsweise Schleimstoffe dafür, dass der Teig große Mengen Wasser bindet und dauerhaft klebrig bleibt.
Deshalb werden Roggenteige häufig mit feuchten Händen oder einer Teigkarte verarbeitet. Zusätzlich spielt Sauerteig eine wichtige Rolle für eine gute Teigstabilität.
Wenn du sehen möchtest, wie ein gut geführter Sauerteig in der Praxis funktioniert, findest du hier ein ausführliches Rezept für Bauernbrot mit Sauerteig.
Typische Merkmale
- Der Teig bleibt auch nach dem Kneten weich.
- Er klebt fast immer an den Händen.
- Das ist bei Roggen völlig normal.
Vollkorn und Urkornmehle
Vollkornmehl enthält viele Schalenteile. Diese nehmen zwar Wasser auf, können das Klebergerüst jedoch schwächen. Auch Urkornsorten wie Einkorn oder Emmer besitzen andere Backeigenschaften als klassischer Weizen. Das Klebereiweiß besteht aus Gliadin und Glutenin. Beide Eiweißbestandteile bilden gemeinsam das Glutengerüst. Bei einigen Urkornsorten entwickelt sich dieses Gerüst schwächer, wodurch der Teig weicher bleibt und sich schwerer formen lässt.
Dadurch entsteht oft ein weicherer Teig, der mehr Aufmerksamkeit beim Formen benötigt.
Zu hoher Anteil an Kochstück oder Brühstück
Ein Kochstück oder Brühstück verbessert die Frischhaltung des Brotes und erhöht die Wasseraufnahme. Wird jedoch ein zu großer Anteil verwendet, verliert der Teig an Stabilität.

Viele Brotrezepte kommen mit etwa fünf bis zehn Prozent der gesamten Mehlmenge aus. Deutlich höhere Mengen können den Teig sehr weich und schwer formbar machen.
Kurze Zusammenfassung
Wenn die Ursache in der Rezeptur liegt, muss der Teig nicht gerettet werden. Meist reicht es aus, die passende Technik zu verwenden und den Teig sorgfältig zu verarbeiten.
Ein gut entwickelter Teig wirkt weich, bleibt aber elastisch und gewinnt nach dem Falten wieder Spannung.
2. Vermeidbare Fehler bei der Verarbeitung
Zu warme Zutaten und Übergare
Die Teigtemperatur beeinflusst die Gärung sehr stark. Ist der Teig zu warm, arbeiten die Hefen schneller. Dadurch reift der Teig früher als geplant und verliert seine innere Stabilität.
Bei Weizenteigen liegt eine Zieltemperatur von etwa 24 Grad Celsius oft im günstigen Bereich. Steigt die Temperatur deutlich darüber, wächst das Risiko einer Übergare.
Anzeichen für Übergare
- Der Teig fließt auseinander.
- Er hält kaum noch Spannung.
- Die Oberfläche wirkt weich und eingefallen.
Überkneten
Auch zu langes Kneten kann Probleme verursachen. Das Glutengerüst wird zunächst kräftiger, verliert später jedoch seine Stabilität. Besonders Dinkel reagiert sehr empfindlich auf langes Kneten.
Ein überkneteter Teig glänzt stark, fühlt sich schmierig an und lässt sich kaum noch formen.
Falsches Wassermanagement
Wird die gesamte Wassermenge sofort in die Rührschüssel gegeben, kann das Mehl sie nicht immer gleichmäßig aufnehmen. Der Teig bleibt länger weich und entwickelt sein Gerüst langsamer.
Viele erfahrene Bäcker behalten einen kleinen Teil des Wassers zunächst zurück. Erst wenn der Teig bereits Struktur aufgebaut hat, wird der Rest nach und nach eingearbeitet.
Kurze Zusammenfassung
Vermeidbare Fehler lassen sich meist schon beim nächsten Backversuch vermeiden. Achte auf die richtige Teigtemperatur, knete nicht länger als nötig und gib das Wasser bei weichen Teigen schrittweise hinzu.
Ein gut ausgekneteter Teig besteht den Fenstertest. Er lässt sich dünn auseinanderziehen, ohne sofort zu reißen.
Der Mehl Check: Wie viel Wasser verträgt dein Mehl?
Nicht jedes Mehl nimmt gleich viel Wasser auf. Genau hier liegt einer der häufigsten Gründe für klebrigen Brotteig. Zwei Rezepte mit derselben Wassermenge können völlig unterschiedliche Ergebnisse liefern, wenn verschiedene Mehlsorten verwendet werden.
Neben dem Mehltyp spielen auch der Proteingehalt, die Qualität des Mehls und die Lagerung eine wichtige Rolle. Ein backstarkes Mehl kann deutlich mehr Wasser aufnehmen als ein schwächeres Haushaltsmehl.
Die folgende Übersicht hilft dir bei der Einschätzung.
| Mehltyp | Klebergehalt | Empfohlene Hydration | Verhalten im Teig |
| Weizenmehl Type 405 | Niedrig bis mittel | 55 % bis 60 % | Wird bei zu viel Wasser schnell weich und klebrig. Für klassische Brotteige nur begrenzt geeignet. |
| Weizenmehl Type 550 | Hoch | 60 % bis 70 % | Baut ein stabiles Teiggerüst auf und eignet sich sehr gut für viele Brotsorten. |
| Pizzamehl Tipo 00 oder backstarkes Mehl | Sehr hoch, häufig über 13 % Protein | 65 % bis 80 % | Kann viel Wasser aufnehmen und bleibt bei guter Verarbeitung formstabil. |
| Dinkelmehl Type 630 | Hoch, jedoch empfindlich | 60 % bis 65 % | Ergibt einen dehnbaren Teig. Zu langes Kneten kann die Struktur schwächen. |
| Roggenmehl aller Typen | Kein stabiles Glutengerüst | Je nach Rezept unterschiedlich | Bleibt von Natur aus klebrig. Die Verarbeitung gelingt besser mit feuchten Händen und einer Teigkarte. |
Warum macht derselbe Wasseranteil einen so großen Unterschied?
Die Hydration beschreibt das Verhältnis von Wasser zur gesamten Mehlmenge. Ein höherer Wasseranteil verbessert oft die Lockerung und Saftigkeit des Brotes. Gleichzeitig steigt jedoch der Anspruch an das Formen des Teigs.
Ein kräftiges Weizenmehl kann deutlich mehr Wasser binden als Weizenmehl Type 405. Dinkel entwickelt zwar ein gutes Klebergerüst, reagiert aber empfindlicher auf langes Kneten. Roggen folgt eigenen Regeln und bleibt selbst bei sorgfältiger Verarbeitung klebrig.
So findest du die passende Wassermenge
Wenn du ein neues Mehl verwendest, gib nicht sofort die komplette Wassermenge in die Schüssel. Behalte einen kleinen Teil zurück und beobachte die Entwicklung des Teigs während des Knetens. Nimmt das Mehl das Wasser gut auf, kannst du den Rest nach und nach einarbeiten.
Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. Im Sommer benötigen viele Teige etwas kühleres Wasser als im Winter. Dadurch bleibt die Teigtemperatur besser im gewünschten Bereich.
Wassertemperatur richtig berechnen
Mit einer einfachen Formel kannst du die passende Wassertemperatur bestimmen.
Wassertemperatur = (3 × Zieltemperatur) − Raumtemperatur − Mehltemperatur
Beispiel
- Gewünschte Teigtemperatur: 24 °C
- Raumtemperatur: 26 °C
- Mehltemperatur: 24 °C
Berechnung:
Wassertemperatur = (3 × 24) − 26 − 24 = 22 °C
In diesem Beispiel sollte das Wasser etwa 22 °C haben. An sehr warmen Tagen darf es auch etwas kühler sein, damit der Teig nicht zu schnell reift.
Kurze Zusammenfassung
Die Wahl des Mehls entscheidet maßgeblich darüber, wie viel Wasser dein Teig verträgt. Wer Mehltyp, Hydration und Teigtemperatur aufeinander abstimmt, erhält einen Teig, der sich leichter formen lässt und während der Gärung mehr Stabilität behält.
Ein gut entwickelter Teig wirkt geschmeidig, hält seine Form nach dem Falten besser und zeigt beim Fenstertest eine dünne, elastische Teighaut.
Meister Techniken: So bändigst du klebrigen Teig

Ein klebriger Brotteig braucht keine große Menge zusätzliches Mehl. Mit den passenden Arbeitsschritten lässt er sich oft deutlich leichter verarbeiten. Die folgenden Methoden gehören zu den wichtigsten Techniken im Brotbacken und helfen dabei, ein stabiles Teiggerüst aufzubauen.
Autolyse
Kurz erklärt
Die Autolyse ist eine Ruhephase, bei der zunächst nur Mehl und Wasser miteinander vermischt werden. Hefe, Sauerteig und Salz kommen erst später hinzu.
So funktioniert die Autolyse
- Vermische Mehl und Wasser nur so lange, bis keine trockenen Stellen mehr sichtbar sind.
- Decke die Schüssel ab.
- Lasse den Teig je nach Rezept etwa 20 bis 60 Minuten ruhen.
- Gib danach die restlichen Zutaten hinzu und beginne mit dem Kneten.
Warum hilft diese Methode?
Während der Ruhe nimmt das Mehl Wasser auf. Das Klebergerüst beginnt sich von selbst zu bilden. Dadurch verkürzt sich die Knetzeit und der Teig gewinnt an Stabilität.
Woran erkennst du den Erfolg?
Nach der Autolyse fühlt sich der Teig geschmeidiger an und lässt sich leichter kneten.
Bassinage (Wasser tröpfchenweise einkneten)
Kurz erklärt
Bei der Bassinage wird ein kleiner Teil des Wassers zunächst zurückgehalten. Erst wenn der Teig bereits Struktur aufgebaut hat, wird das restliche Wasser langsam eingearbeitet.
So gehst du vor
- Behalte etwa fünf bis zehn Prozent der Wassermenge zurück.
- Knete den Teig zunächst mit dem restlichen Wasser.
- Gib das übrige Wasser nach und nach in kleinen Mengen dazu.
- Warte nach jeder Zugabe, bis der Teig das Wasser vollständig aufgenommen hat.
Warum lohnt sich diese Methode?
Das Mehl kann das Wasser besser aufnehmen. Der Teig bleibt kontrollierbar und entwickelt ein kräftigeres Gerüst.
Dehnen und Falten
Diese Technik stärkt den Teig während der Stockgare. Dabei wird kein zusätzliches Mehl benötigt.
Schritt für Schritt
- Befeuchte deine Hände leicht.
- Ziehe eine Seite des Teigs vorsichtig nach oben.
- Lege sie über die Mitte.
- Drehe die Schüssel und wiederhole den Vorgang von allen Seiten.
Je nach Rezept wird dieser Ablauf alle 20 bis 30 Minuten mehrmals wiederholt.
Vorteile
- Mehr Stabilität ohne zusätzliches Mehl.
- Bessere Gasbindung im Teig.
- Lockerere Krume nach dem Backen.
Woran erkennst du den Erfolg?
Nach jedem Faltvorgang wirkt der Teig glatter und hält seine Form besser.
Rundwirken und Langwirken
Nach der Stockgare erhält der Teig seine endgültige Form.
Beim Rundwirken entsteht eine straffe Kugel. Diese Technik eignet sich für runde Brote.
Beim Langwirken wird der Teig zu einem länglichen Laib geformt. Diese Form passt gut zu vielen klassischen Broten.
Arbeite zügig und fasse möglichst nur die leicht bemehlten Bereiche an. Zu langes Bearbeiten kann die aufgebaute Spannung wieder lösen.
Mehr über das richtige Preshaping erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber.
Kurze Zusammenfassung
Autolyse, Bassinage sowie regelmäßiges Dehnen und Falten helfen dabei, einen weichen Teig deutlich stabiler zu machen. In Kombination mit einer passenden Teigtemperatur und einer sorgfältigen Formtechnik gelingt auch ein Teig mit hoher Hydration deutlich leichter.
Ein gut entwickelter Teig fühlt sich elastisch an, hält seine Spannung nach dem Formen und besteht später den Fenstertest mit einer dünnen, gleichmäßigen Teighaut.
Der Fenstertest: Wann ist der Teig perfekt ausgeknetet?
Der Fenstertest gehört zu den einfachsten Methoden, um den Entwicklungsstand eines Weizenteigs oder Dinkelteigs zu prüfen. Er zeigt, ob sich bereits ein stabiles Glutengerüst gebildet hat oder ob der Teig noch etwas Knetzeit benötigt.
Mit diesem Test vermeidest du sowohl zu kurzes als auch zu langes Kneten. Das verbessert die Formbarkeit des Teigs und sorgt für eine lockere Krume.
So führst du den Fenstertest richtig durch
- Nimm ein kleines Stück Teig aus der Schüssel.
- Halte den Teig zwischen beiden Händen.
- Ziehe ihn langsam und gleichmäßig auseinander.
- Beobachte, wie sich die Teighaut verhält.
Der Teig sollte sich zu einer sehr dünnen Schicht ausziehen lassen. Dabei darf er fast durchsichtig werden, ohne sofort zu reißen.
So sieht ein gut ausgekneteter Teig aus
Ein gut entwickelter Teig besitzt ein kräftiges Glutengerüst.
Typische Merkmale sind:
- Die Oberfläche wirkt glatt und leicht glänzend.
- Der Teig fühlt sich elastisch an.
- Er lässt sich weit ausziehen.
- Die dünne Teighaut reißt erst bei starker Belastung.
- Nach leichtem Druck nimmt der Teig seine Form langsam wieder an.
Diese Eigenschaften zeigen, dass sich das Klebereiweiß gut entwickelt hat und der Teig bereit für die weitere Reife ist.
Woran erkennst du einen unterkneteten Teig?
Ein unterkneteter Teig besitzt noch keine ausreichende Stabilität.
Typische Anzeichen sind:
- Der Teig reißt bereits beim vorsichtigen Ausziehen.
- Die Oberfläche wirkt rau.
- Er fühlt sich wenig elastisch an.
- Das Formen fällt schwer.
- Während der Gärung verliert der Teig schneller seine Spannung.
In diesem Fall hilft meist eine kurze zusätzliche Knetzeit. Prüfe anschließend erneut mit dem Fenstertest.
Woran erkennst du einen überkneteten Teig?
Auch zu langes Kneten kann Probleme verursachen. Das zuvor aufgebaute Glutengerüst verliert nach und nach seine Stabilität.
Achte auf diese Hinweise:
- Der Teig glänzt sehr stark.
- Er wirkt weich und schmierig.
- Er fließt auf der Arbeitsfläche auseinander.
- Er klebt deutlich stärker als zuvor.
- Beim Fenstertest lässt er sich kaum noch sauber ausziehen.
Besonders Dinkelteig reagiert empfindlich auf langes Kneten. Deshalb lohnt es sich, den Fenstertest regelmäßig durchzuführen.
Welche Teige eignen sich für den Fenstertest?
Der Fenstertest eignet sich besonders gut für Weizenteige und Dinkelteige, da beide ein Glutengerüst bilden.
Bei Roggenteigen liefert dieser Test keine zuverlässigen Ergebnisse. Roggen besitzt andere Backeigenschaften und entwickelt keine vergleichbare Struktur. Hier sind die Konsistenz des Teigs und die Einhaltung der Reifezeiten deutlich wichtigere Anhaltspunkte.
Häufige Fehler beim Fenstertest
Viele Hobbybäcker ziehen den Teig zu schnell auseinander. Dadurch kann selbst ein gut entwickelter Teig reißen.
Ebenso sollte der Test nicht unmittelbar nach einer intensiven Knetphase erfolgen. Eine kurze Ruhezeit von wenigen Minuten entspannt den Teig und macht die Beurteilung leichter.
Kurze Zusammenfassung
Der Fenstertest ist eine einfache Kontrolle, um den Entwicklungsstand des Teigs zu beurteilen. Ein gut ausgekneteter Weizen oder Dinkelteig lässt sich zu einer dünnen, fast durchsichtigen Schicht ausziehen, ohne sofort zu reißen. So erkennst du rechtzeitig, ob der Teig bereit für die Stockgare oder das Formen ist.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen zu klebrigen Brotteig durch zusätzliches Mehl retten?
Ja, aber nur in kleinen Mengen. Gib höchstens ein bis zwei Esslöffel Mehl auf einmal dazu und prüfe danach die Konsistenz des Teigs. Zu viel zusätzliches Mehl verändert das ursprüngliche Verhältnis der Zutaten. Das Brot kann dadurch trocken werden und eine dichte Krume bekommen.
Oft ist es sinnvoller, den Teig mit leicht feuchten Händen zu bearbeiten und ihn während der Stockgare mehrmals zu dehnen und zu falten.
Warum klebt mein Dinkelteig stärker als Weizenteig?
Dinkel enthält zwar viel Klebereiweiß, dieses verhält sich jedoch anders als bei Weizen. Das Teiggerüst ist dehnbar, verliert bei zu langem Kneten aber schneller seine Stabilität.
Deshalb kann Dinkelteig plötzlich weich werden und stärker kleben. Eine kürzere Knetzeit und regelmäßige Kontrollen helfen, dieses Problem zu vermeiden.
Ist ein klebriger Brotteig immer ein Zeichen für einen Fehler?
Nein. Viele Brotrezepte arbeiten bewusst mit einer hohen Hydration. Dadurch entsteht später häufig eine lockere Krume und eine kräftige Kruste.
Entscheidend ist nicht, ob der Teig klebt, sondern ob er genügend Spannung aufbauen kann und sich nach den Ruhephasen gut entwickeln kann.
Sollte ich die Arbeitsfläche stark bemehlen?
Eine dünne Mehlschicht reicht in den meisten Fällen aus. Zu viel Mehl erschwert das Formen und kann die Oberfläche des Brotes austrocknen.
Für sehr weiche Teige sind eine Teigkarte sowie leicht feuchte Hände oft die bessere Wahl.
Warum fließt mein Teig nach der Gare auseinander?
Dieses Verhalten kann mehrere Ursachen haben. Häufig wurde der Teig zu lange gehen gelassen, zu warm geführt oder nicht ausreichend ausgeknetet. Auch eine sehr hohe Hydration kann dazu führen, dass der Teig weniger stabil wirkt.
Hat der Teig bereits deutlich an Spannung verloren, gelingt das Backen oft besser in einer gut gefetteten Kastenform.
Kann ich einen überkneteten Teig noch retten?
Ein leicht überkneteter Teig kann sich nach einer kurzen Ruhephase manchmal etwas erholen. Ist das Glutengerüst jedoch bereits stark geschädigt, lässt sich die ursprüngliche Struktur kaum wiederherstellen.
In diesem Fall liefert eine Kastenform häufig das beste Ergebnis.
Welche Rolle spielt die Teigtemperatur?
Die Teigtemperatur beeinflusst die Geschwindigkeit der Gärung und den Aufbau des Glutengerüsts. Für viele Weizenteige gilt eine Zieltemperatur von etwa 24 °C als guter Richtwert.
Mit der passenden Wassertemperatur lässt sich die gewünschte Teigtemperatur bereits beim Anmischen gezielt einstellen.
Woran erkenne ich, dass mein Teig bereit zum Formen ist?
Ein gut entwickelter Teig fühlt sich elastisch an und behält nach dem Dehnen und Falten seine Spannung. Beim Fenstertest lässt er sich dünn ausziehen, ohne sofort zu reißen.
Diese Merkmale zeigen, dass sich das Glutengerüst gut entwickelt hat und der Teig für den nächsten Arbeitsschritt bereit ist.
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